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Gästebuch www.sommervoegel

Herzlichen Dank für Dein mail: ich bin natürlich sofort eingestiegen in die homepage und habe damit etwas für die Seele getan!
schön, dass Du solche Ressourcen hast. Deine Schmetterlingsbilder, die Du mir 1995 geschenkt hast, als ich den Praxis-Schnitt gemacht habe hängen in meiner Praxis und ich sehe sie jeden tag!
kennst Du übrigens das Buch von Gottlieb Guntern "Im Zeichen des Schmetterlinges"??
Herzliche Grüsse Christoph

Lieber Cyrill,du bist ja ein absoluter profi in sachen aufnahmen und geschmack.ich habe mich gefreut an den sommervoegel .gruesse heiner

Lieber Cyrill
Gratuliere! Die fotos sind wunderschön!
Grüsse Iris und Christof

Lieber Cyrill,
Herzlichen Dank für den tollen Farbtupfer im heutige Arbeitsalltag. Ichgratuliere Dir zu den schönen Aufnahmen.
Liebe Grüsse Urban

Estimado amigo Cyrill
Gracias por las fotos tan bonitas que me has dejado ver en tu página web. Es un trabajo muy delicado y sospecho que te ha costado muchas horas de paciente espera para poder captar en tu máquina de fotos esas mariposas tan raras.
Abrazos Gratiniano

Freue mich über die schönen Bilder - danke! Schicke dafür einen Rosenbusch.
Herzlich Madeleine

Besten Dank für die gelungene Bereicherung!
Lieben Gruss Dani

Hab Deine schönen Sommervögel angeschaut - einen davon findest Du in meinem Text in der Anlage an einem unerwarteten Ort wieder.

Franz Hohler

Gratwanderung

ãBin ich hier richtig zum Biancograt?" fragte uns morgens kurz nach vier ein Deutscher, der unvermittelt hinter uns auftauchte. Wir gingen mit Stirnlampen auf dem Moränenpfad, der zur Fuorcla Prievlusa hinaufführt, und der Mann sprach so, als hätte er sich nach der Post oder dem Bahnhof erkundigt. Als wir seine Annahme bestätigten, fragte er uns, ob es uns störe, wenn er hinter uns hergehe, er habe seine Lampe vergessen. Kaum liess die Morgendämmerung die ersten Konturen erkennen, hastete er stumm an uns vorbei, der Alleingänger, und entschwand unsern Blicken.

Wir waren zu dritt, mein Bergführer Adolf, seine Frau Vreni und ich. Wer den Biancograt erreichen will, muss von der Tschiervahütte zuerst auf die Fuorcla Prievlusa, was auf deutsch der gefährliche Pass heisst, und tatsächlich wurde er in den letzten Jahren ständig gefährlicher, das abschüssige Firnfeld, das es zu ersteigen galt, wandelte sich zu einem Eisfeld, welches zunehmend von Steinschlägen heimgesucht wurde und immer wieder Schauplatz schwerer Unfälle war, und so haben die Pontresiner Bergführer vor ein paar Jahren eine Kletterroute zur Fuorcla eingerichtet, mit Stangen, Sprossen, Ketten und Drahtseilen, in der richtigen Einsicht, der Grat selbst sei dann noch gefährlich genug.

Es dauerte länger als ich erwartet hatte, bis wir auf der Furke standen, und damit waren wir immer noch nicht am Grat, sondern mussten zuerst eine grosse Felsbastion überklettern, und dann erst konnten wir die Steigeisen an die Schuhe schnallen, um den mächtigen weissen Sporn aus Firn und Eis zu betreten.

Einen Gendarm, der sich aus ihm erhebt, umgingen wir nicht, sondern überstiegen ihn mit den Steigeisen, die unendlich vielen Kratzer auf den Steinen zeigten an, dass es die meisten wohl auch so machen, und dann sahen wir nichts mehr vor uns als diesen Kamm, der sich oben in ein paar Wölkchen verlor, als sei er Jakobs Leiter in den Himmel.

Mit einer Mischung aus Freude und Schrecken stieg ich nun Schritt für Schritt hinter Adolf hoch und versuchte, vor allem auf seine Füsse zu blicken, denn für jemanden, der nicht schwindelfrei ist, ist der Blick in die Abgründe links und rechts von der Gratkuppe schwer erträglich, und wenn immer möglich, gingen wir genau auf der Gratkuppe. In meinem Innern entbrannte ein Kampf zwischen der Phantasie, welche mir die verschiedensten Rutsch- und Sturzmodelle vorführte, und der Vernunft, die wusste, dass der Bergführer, mit dem ich seit Jahren unterwegs bin, diesem Grat gewachsen war, dass er sonst weder mich noch seine Frau mitgenommen hätte, die hinter mir am Seil war, und dass somit auch ich diesem Grat gewachsen sein sollte.

Das musste ziemlich bald unter Beweis gestellt werden, als wir einen Schrund erreichten, der nur überwunden werden konnte, indem man ziemlich tief in die rechte Eiswand abstieg. Es war, als hätte der Grat einen Riss bekommen. Adolf prüfte eine Schneebrücke, die im Schrund lag, befand sie für tragfähig, schlug von dort einige hinderliche Eiszapfen ab, erklomm dann den oberen Rand der Spalte unter Missachtung der Schwerkraft, pickelte uns einen Griff und zwei, drei Stufen, stieg weiter die Eiswand hoch, bis er wieder den Gratkamm erreicht hatte, bohrte eine Sicherungsschraube ins Eis, hängte einen Karabiner daran, zog das Seil hindurch und rief mir dann seinen Berner Oberländer Ermunterungsspruch zu: ãChaisch cho!", du kannst kommen. Also, sagte ich mir, dann komm ich, betrat vorsichtig die Schneebrücke, sie hielt, ich suchte mit der linken Hand einen Griff, fand keinen, schwang dennoch das rechte Bein in die Höhe, rutschte aber wieder zurück auf die Brücke. Vreni zeigte mir nun, wo der Griff war, ich schlug das Pickelblatt hinein, suchte mit dem linken Fuss einen Tritt möglichst weit oben und schob nochmals das rechte Bein auf das obere Eisfeld, aber wenn mich Vreni von hinten nicht gestossen hätte, wäre ich erneut zurückgefallen. Als Gegenleistung zog ich sie, da ihr der grosse Schritt auch nicht gelang, am Seil zu mir hoch, und dann stiegen wir beide über die blanke Steilfläche zu Adolf hinauf, indem wir die Spitzen der Steigeisen ins Eis rammten und jeden Schritt mit einem Einschlagen des Pickels unterstützten. Zum Glück steige ich zu Hause sehr viel die Treppe hoch, wenn auch unter weniger exponierten Umständen.

Die Bewölkung nahm nun zu, ein klarer Verstoss gegen die Wetterprognose, allerdings milderte das auch den Blick in die Tiefe ein bisschen, indem diese zeitweise einfach zugedeckt wurde. Immer wieder dröhnte von unten ein Krachen und Poltern, irgendwo brachen Eisstücke ab und kollerten Felsbrocken hinunter. Plötzlich fiel mir auf, dass viele Falter über dem Grat flatterten, tanzten geradezu, als hätte der Grat zu einem Fest geladen, sogar ein Schmetterling war dabei, ich glaube, es war ein Admiral. Wahrscheinlich waren sie alle unfreiwillig da, von den thermischen Winden heraufgetragen ohne Chance zur Gegenwehr, die Nacht würden sie kaum überleben, ich hoffte, sie würden für ihren Totentanz wenigstens durch ein Wohlgefühl belohnt.

Von Wohlgefühl wurde ich erfüllt, je höher wir stiegen, und irgendeinmal, nach zwei oder drei Unendlichkeiten, hatten wir das Ende des Grates erreicht, und ich konnte von ihm in der Vergangenheit sprechen. Der Gipfel war es zwar noch nicht, denn nun wartete die Traverse zum Piz Bernina auf uns, die der Erstersteiger des Biancogrates als ãabsolument impossible" bezeichnet hatte, bevor er mit seinen Führern wieder umgekehrt war. Was vor 140 Jahren unüberwindbar erschien, ist heute längst Teil einer klassischen Route geworden, eine luftige, höchst ausgesetzte Kletterei auf 4000 Metern über mehrere Grattürme und Scharten, die ich, wohlgesichert von meinem alpinen Ehepaar, mit einem tänzerischen Genuss hinter mich brachte, oft richtete ich mich auf den schmalen Felsplatten auf und blancierte von einer zur nächsten. Und kurz vor Mittag dann die Ankunft auf dem Gipfel, wo wir die deutsche Dreierseilschaft trafen, die vor uns aufgestiegen war und deren ãBerg Heil!" wir mit ãGratulation!" oder wie Vreni einfach mit ãBravo!" quittierten.

Mein Wohlgefühl steigerte sich zum Glücksgefühl. Ich schaute zum Piz Morteratsch hinüber, von dem ich als 16jähriger erstmals hier herübergeschaut und gedacht hatte: Wenn ich da einmal hinauf könnte.

Hinunter muss man allerdings auch wieder, und auch die Normalroute verlangt das Beschreiten zweier exponierter Firngräte und einiger Felsnasen. Auf dem Gletscherfeld, in das man zuletzt aussteigen muss, war schon von weit oben eine äusserst markante Spur zu sehen. Als wir sie später betraten, merkten wir, dass sich der schmelzende Gletscher die Spur als Bachbett genommen hatte, und wir mussten sie nach kurzer Zeit verlassen.

Unter dem Gletscher steht das Rifugio Marco e Rosa, hierher kommt man nur auf Hochtourenwegen, der ganze Vorplatz der Hütte war übersät mit all dem martialischen Zeug wie Klettergürtel, Pickel, Helmen, Eisschrauben und Steigeisen; Schuhe und Socken waren zum Trocknen in die Sonne gelegt, Bergsteiger hockten vor ihren Seilen wie Fischer, die ihre Netze flicken. Wir legten unsere trocknungsbedürftigen Ausrüstungsgegenstände dazu und gingen in die Hütte, sie liegt auf italienischem Gebiet und wird von Italienern betrieben, es gibt wunderbaren Cappuccino und köstliche Antipasto-Plättchen, und beim Nachtessen stiessen wir mit Chianti di Firenze auf den Biancograt an. Adolf, der so tadellos und kenntnisreich geführt hatte, gestand mir, dass er zwar schon auf dem Piz Bernina gewesen sei, dass er aber den Biancograt heute zum erstenmal begangen habe. Draussen blitzte und donnerte es, und der Gedanke ãich kann das noch" machte mich überschwänglich und melancholisch, ich war in zwei Lebensepochen gleichzeitig gegangen, hatte, alternd, die Jugend heraufbeschworen und meinen letzten Traumberg bestiegen - wovon sollte ich jetzt träumen?

Am nächsten Morgen dann um sechs Uhr von der Hütte aufzubrechen, gehörte schon fast zum Erholungsprogramm, wir wanderten mit der Gemächlichkeit einer Wellnessgruppe der aufgehenden Sonne entgegen, an Eisabbrüchen vorbei und über die Spalten des Bellavistagletschers, ohne den Druck, einen Gipfel erreichen zu müssen. Ab und zu sah ich einen erfrorenen Falter im Schnee. Die Bellavista steht wie eine Kopie neben dem dreigipfligen Piz Palü, und als wir unter dem Mittelgipfel standen, schaute mich Adolf an und sagte, mi würds scho na gluschte, da ufezgah. Die Spur schien heute noch unbegangen, ich deponierte meinen Rucksack im Firn und schloss mich mit Vreni zusammen Adolfs Gelüsten an. Nach dreiviertel Stunden standen wir auf der Schneekuppe und blickten auf den gewaltigen Gletscherfirn, der sich auf der italienischen Seite ausbreitet, und auf den Piz Bernina, indem wir in Gedanken nochmals die Szenen von gestern nachstellten. Einzelne Seilschaften waren von blossem Auge zu erkennen, einmal knatterte ein Helikopter heran, ging über der Ostflanke auf Bodennähe herunter, blieb eine Weile schwebend stehen und stürzte sich dann wieder talwärts. Offensichtlich eine Rettung, wir hofften, es sei nichts Schlimmes passiert.

Der Abstieg ins Tal wurde dann sehr lang und immer weniger erholend, er ist mit einer Kletterei über die Fortezza verbunden, ein Felsgebilde, auf dem man mit orangen Pfeilen um die richtigen Kanten herumgelotst wird wie von einer Verkehrssignalisation.

Zuletzt der Gang über den Morteratschgletscher, der sozusagen unter unsern Füssen wegschmolz. Der ganze Gletscher gurgelt und blubbert und sprudelt und rauscht und tost, aus dem einmündenden Persgletscher schiesst ein mächtiger Wasserfall, aus dem Gletschertor strömt braunes Hochwasser, und über allem steht der Piz Bernina mit dem Biancograt, und wer in 44 Jahren dort hinauf will, findet den Firn vielleicht nimmermehr und muss seinen grauen Buckel auf einem Kletterpfad mit Sprossen, Stangen und Drahtseilen erklimmen.

5./6.Aug. 03

Franz Hohler

 

Hallo Cyrill
hat Freude gemacht! Liebe Grüsse Fabienne

 

Die Aufnahmen sind wunderschön, so eindrücklich und positiv in der gesamten Gestaltung, in den Farben und in der Aussage des Einführungstextes.

Ursula

Super tolle Aufnahmen von den Schmetterlingen! Gratuliere!

Mit herzlichem Gruss Gabi

Sali Cyrill,
mir gefällt deine Seite mit den Schmetterlingen. Und ich habe den ersten
auch gleich als Admiral erkannt, den ich auch gestern in Däniken gesehen habe. Ich lerne nun alles, was ich vergessen hatte/noch nie wusste mit
meinem Einjährigen und habe mir gerade erst die drei Sommervogelbände bei pro natura bestellt.

Herzliche Grüsse, Andreas